LUX-Publikumspreis

Warum gibt es den LUX-Publikumspreis?

LUX – der europäische Publikumsfilmpreis (Kurzform: LUX-Publikumspreis) des Europäischen Parlaments und der European Film Academy verdeutlicht das Kulturengagement des Europäischen Parlaments. Die Initiative fördert damit die kulturelle Vielfalt und bietet der Welt des Kinos und der Kunst konkrete Unterstützung.

Bei dem LUX-Publikumspreis handelt es sich um eine gemeinsame Weiterführung des ehemaligen LUX-Preises – des Filmpreises des Europäischen Parlaments, der 2007 ins Leben gerufen wurde – und des 1997 eingeführten People’s Choice Award der European Film Academy in neuem Gewand. Die nominierten Filme schärfen das Bewusstsein für aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen, beziehen die Zuschauer so in Debatten über Europa ein, dass sie wirklich angesprochen werden, und sind Ausdruck der Schönheit und Vielfalt des europäischen Kinos.

Mit dem Preis werden weiterhin Brücken der Verständigung in Europa geschlagen, indem Filme ins Rampenlicht gerückt werden, die sich mit der öffentlichen Debatte in Europa auseinandersetzen.
Mit der Auszeichnung soll den Bürgern die Politik ein Stück näher gebracht werden. Denn die europäischen Zuschauer erhalten die Möglichkeit, für ihren Lieblingsfilm zu stimmen und sich so aktiv einzubringen. Das Publikum soll sich in Debatten über Europa einklinken, vor allem indem es inspirierende europäische Filme ansieht und so Europa „lebt“.

Das Parlament ist überzeugt, dass das Kino als kulturelles Massenmedium ausgezeichnet geeignet ist, Diskussionen und Denkprozesse rund um Europa und seine Zukunft anzustoßen. Die European Film Academy wiederum, die 3 800 Filmemacher aus ganz Europa vereint, widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1988 der Förderung der europäischen Filmkultur.

Die COVID-19-Pandemie bedroht Kunst, Kultur und Kino existenziell, und sie verschärft noch die ohnehin herrschende wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise. In dieser schwierigen Zeit soll der LUX-Publikumspreis die Kreativität und Vielfalt in Europa unterstützen. Sich für das europäische Kino stark zu machen, ist ein Mittel, um Isolation zu überwinden und physische und psychologische Grenzen, unter denen Europa leidet, zu durchbrechen.

Weiteres Verfahren

Die für die zweite Ausgabe des LUX-Filmpreises nominierten Filme wurden bei der Verleihung der European Film Awards am 11. Dezember 2021 in Berlin öffentlich vorgestellt. Zwar sind für den LUX-Publikumspreis im Normalfall fünf Filme vorgesehen, aber dieses Jahr sind es wegen der COVID-19-Pandemie erneut ausnahmsweise nur drei.

Das Publikum und die Mitglieder des Europäischen Parlaments sind eingeladen, ihre Stimme online abzugeben. Der Film, der vom Publikum und den Parlamentsmitgliedern die höchste Gesamtwertung erhält (wobei die Wertungen der beiden Gruppen zu jeweils 50 % in die Gesamtwertung einfließen), gewinnt den LUX-Publikumspreis. Der Gewinner wird bei der Preisverleihung im Europäischen Parlament bekannt gegeben, die am Mittwoch, 8. Juni 2022, im Rahmen der Plenartagung in Straßburg stattfindet.

Was bietet der Preis?

Der LUX-Publikumspreis soll zu einem Qualitätsindikator für europäische Filmproduktionen werden.

Er verleiht den nominierten Filmen größere Außenwirkung, sodass man auch in anderen Ländern auf sie aufmerksam wird und ihnen ein größeres Publikum sicher ist. Er ermöglicht es Zuschauern aus der gesamten Europäischen Union, Filme zu sehen, die sonst in ihrem Land vielleicht nicht gezeigt würden.

Die nominierten Filme sind in den 24 Amtssprachen der EU untertitelt. Während der Abstimmungsphase werden im Rahmen der LUX-Filmtage im Frühjahr in jedem EU-Mitgliedstaat kostenlose Filmvorführungen angeboten. Dabei kommen Filmkopien (DCP) zum Einsatz, die vom Europäischen Parlament erstellt werden.

In der LUX-Publikumswoche im Mai werden die nominierten Filme in vielen verschiedenen Städten in der EU gleichzeitig gezeigt. Anschließend stehen ein oder zwei Mitwirkende des Films (z. B. Regisseure oder Darsteller) dem Publikum Rede und Antwort.

Der Film, der den LUX-Publikumspreis gewinnt, wird für Seh- und Hörgeschädigte adaptiert und in den EU-Ländern beworben.